Call for Abstracts - Sessions

Auf der Seite für den Call for Abstracts finden Sie die allgemeinen Einreichrichtlinien. Für folgende Sessions können Beiträge eingereicht werden (bitte beachten Sie, dass es für Postereinreichungen sowie die Aktionstagsaktivitäten eigene Auswahlmöglichkeiten im Anmeldeformular gibt):

 

Vortragssession – Chancen und Grenzen von Citizen Science in den Kulturwissenschaften

Chair: Michael Brauer (Universität Salzburg), Co-Chair: Marlene Ernst (Universität Salzburg)

Anders als in den Naturwissenschaften, die auf eine gewisse Tradition zurückblicken können, stellt Citizen Science für die Kulturwissenschaften Neuland dar. Das mag zunächst erstaunen, da Kulturwissenschaftler stets die gesellschaftliche Einbindung ihrer Fragen und Ergebnisse betonen – sollte man da nicht auch Bürger zu Wissenschaftlern machen? Allerdings haben Unterschiede in der Wissenschaftskultur die Übernahme dieses neuen Ansatzes aus den Naturwissenschaften lange gehemmt. Erst ist jüngster Zeit ist eine Konjunktur zu verzeichnen, die Anlass zu einer ersten Bestandsaufnahme gibt.
Eingeladen sind Vortragende aus dem Bereich der Kultur-/Geisteswissenschaften, die eigene Citizen Science-Projekte leiten oder sich mit diesen Fragen intensiv auseinandersetzen. Ausgehend von bestehenden Projekten sollen die grundsätzlichen Chancen und Grenzen von Citizen Science in den Kulturwissenschaften diskutiert werden:

  • Vorstellung von Best Practice Beispielen aus unterschiedlichen Fächern.
  • Welche Fachtraditionen erschweren die Einbindung von Citizen Science? Wo gibt es Anknüpfungspunkte?
  • Welche Themen und Methoden eignen sich für kulturwissenschaftliche Citizen Science-Projekte? Wo liegen die Grenzen der Einsetzbarkeit?
  • Gibt es einen wissenschaftlichen Mehrwert durch Citizen Science in den Kulturwissenschaften?

 

Vortragssession – Citizen Science & GSK - Methodologie und Kommunikation in partizipativen Forschungsprojekten

Chair: Nadja Kerschhofer-Puhalo (Universität Wien), Co-Chair: Katharina Paul (Universität Wien)

Partizipative Forschung ist von der Idee geleitet, durch Einbindung von Citizens wissenschaftliche Erkenntnisse zu erzielen, aber auch Brücken zwischen Wissenschaft und Gesellschaft zu bauen und einen Dialog zwischen Forschenden und Beforschten herzustellen. Das Ziel einer neuen "Citizen-Generation" ist eng mit der Entstehung einer neuen "Science-Generation" verbunden, die bereit ist herkömmliche Methoden und Rollenkonzepte (Expert*innen vs. Lai*innen, Lehrende vs. Lernende etc.) zu überdenken.
Wir laden Beiträge aus den Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften ein, um besonders zwei Aspekten Aufmerksamkeit zu schenken: der methodologischen Konzeption von Citizen Science-Projekten einerseits und den damit verbundenen (neuen) Formen der Wissenschaftskommunikation andererseits, die allen Beteiligten ein besseres Verständnis ihrer "neuen Rolle" in diesem Prozess vermittelt. Wir ermutigen Beiträge, die aus mehreren Perspektiven (Citizens und Scientists) berichten.

 

Vortragssession – Citizen Science und peer-review Publikationen - Mission Impossible?

Chairs: Daniel Dörler (BOKU), Gabriele Gadermaier (Universität Salzburg), Florian Heigl (BOKU)

In Citizen Science werden Amateure in den wissenschaftlichen Prozess eingebunden. Dies reicht oft schon aus um die Wissenschaftlichkeit eines Projekts und am Ende auch die Datenqualität in Frage zu stellen. Das Ziel einer peer-review Publikation scheint damit unerreichbar zu sein. Zum Beispiel wird in der Ökologie Biodiversität mit CS in den meisten Fällen durch die Meldung von Presence-Only Daten bzw. Zufallsfunden durch die TeilnehmerInnen erhoben. Diese Methode resultiert führt jedoch oft zu Herausforderungen in der Datenanalyse . Dennoch erkennen viele das Potential, gemeinsam mit der Bevölkerung gesellschaftsrelevante Probleme zu untersuchen und zu lösen. Hunderte peer-reviewed Artikel, welche jährlich erscheinen, zeigen dass es möglich ist im Bereich Citizen Science zu publizieren.
In dieser Session sollen Best Practice Beispiele gezeigt werden, die erfolgreich aus Citizen Science Projekten peer reviewed Publikationen erarbeiten konnten. Es sollen Vorurteile aufgebrochen und gezeigt werden, wie Herausforderungen in der Analyse von Daten oder in weiterer Folge in der Publikation gemeistert wurden. Ziel der Session ist es, den ZuhörerInnen jene Faktoren zu vermitteln, an die sie schon bei der Planung eines Projektes denken müssen, wenn sie später die Ergebnisse publizieren möchten. Wir freuen uns über zahlreiche Einreichungen zu diesem Thema aus allen Gebieten der Naturwissenschaften, in denen Erfahrungen und Lösungen in der Datenanalyse und Publikation präsentiert werden.

 

Vortragssession – Kooperation zwischen Citizen-Science-Projekten – Synergien nutzen

Chair: Barbara Heinisch (Universität Wien)

Wenn wir von Kooperation im Bereich Citizen Science sprechen, ist damit häufig die Zusammenarbeit zwischen WissenschafterInnen und BürgerInnen gemeint. Ausbaufähig hingegen ist die Kooperation zwischen Citizen-Science-Projekten.

  • Das Ziel ist, mögliche Synergien aufzudecken, um sie in Zukunft nutzen zu können durch Beantwortung u. a. folgender Fragen:
  • Welche Möglichkeiten bzw. Ebenen der Kooperation zwischen Projekten bestehen? Wie können diese ausgebaut werden?
  • Welcher (wissenschaftlicher bzw. gesellschaftlicher) Nutzen ist durch die Kooperation bzw. Kombination von Projekten zu erwarten?Welche Herausforderungen bestehen? Z. B. rechtliche, politische oder ethische Rahmenbedingungen, Interdisziplinarität, Barriere zwischen Natur- und Geisteswissenschaften.Welche technischen Möglichkeiten gibt es?
  • Wie kann die Wiederverwendbarkeit und Nachhaltigkeit von gewonnenen Daten, entwickelter Software, Methoden usw. gewährleistet werden? Z. B. Verwendung von Metadaten, Open Science, Plattformen.

Einreichung von Abstracts: max. 300 Wörter (exkl. Titel), ca. 3 Schlagworte, Deutsch oder Englisch Dauer des Vortrags: jeweils 20 Min. plus 10 Min. anschließender Diskussionsmöglichkeit Inhalt: Diese Session dient in erster Linie NICHT der Vorstellung von Projekten, sondern dem Austausch von Ideen, Schnittstellen und Anbindemöglichkeiten für andere Projekte. Das eigentliche Citizen-Science-Projekt kann dennoch im Rahmen der Präsentation kurz (max. 3 Min.) vorgestellt werden.

 

Vortragssession – Winning our next generation for science – Stärken, Schwächen und Herausforderungen von Forschungskooperationen mit Schulen

Chair: Gabriele Weigelhofer (Wasser Cluster Lunz), Co-Chairs: Eva Feldbacher (Wasser Cluster Lunz), Eva-Maria Pölz (Wasser Cluster Lunz)

Ein spezielles Format von Citizen Science Projekten sind Forschungs-Bildungs-Kooperationen. Die Arbeit mit Schulen kann, verglichen mit Citizen Science Projekten, die sich an die allgemeine Öffentlichkeit richten, große Vorteile aufweisen. So kann man im Allgemeinen z.B. von einer besseren Geräteausstattung, von einer guten Einführung in das Thema und von einer hohen Motivation der TeilnehmerInnen durch den Einbau in den schulischen Lehrplan ausgehen. Auf der anderen Seite stellt die Zusammenarbeit mit Schulen die Wissenschaft auch vor Herausforderungen, z.B. durch den vorgegebenen, engen schulischen Zeitrahmen, die große Anzahl an beteiligten CitizenScientists und die Berücksichtigung des „Bildungsauftrages“.

In dieser Session laden wir Wissenschaftler aus den unterschiedlichen Wissenschaftsgebieten dazu ein, uns ihre persönlichen Erfahrungen aus Forschungs-Bildungs-Kooperationen vorzustellen. Wir möchten die Teilnehmenden dezidiert dazu auffordern, nicht nur Ergebnisse und Erfolgsstories zu präsentieren, sondern uns auch an den aufgetretenen Problemen (Anwerbung, Zeitmanagement, zusätzlicher Bildungsaspekt, etc.) und den evtl. dafür gefundenen Lösungsvorschlägen teilhaben zu lassen.

 

Roundtable – Chocolate Covered Broccoli. Der Einsatz von Gamification für Citizen Science-Projekte in den Geisteswissenschaften

Chair: René Smolarski (Universität Erfurt), Co-Chair: Kristin Oswald (Kulturmanagement Network)

Spielen ist alltäglich. Dabei sind die Geisteswissenschaften und insbesondere historische Themen seit Langem Teil der Spielwelt. Doch über den reinen Unterhaltungsfaktor hinaus ist Spielen auch eine wichtige Kulturtechnik des Lernens. Zwar beschäftigt sich die geisteswissenschaftliche Forschung inhaltlich mit dieser Kulturtechnik, nutzt aber kaum selbst Gamification-Konzepte, um ihre Wissen zu vermitteln oder mit der breiten Bevölkerung in Kontakt zu kommen. Zentral dafür ist, in Gamification mehr zu sehen „chocolate covered broccoli“ – also nicht das zu vermittelnde Wissen in den Mittelpunkt zu stellen, sondern die Gestaltung einer attraktive Umgebung für die Beteiligung an wissenschaftlichen Projekten, die auf die Ansprüche und Perspektiven der Beteiligten eingeht.
Die Session-Organisatoren freuen sich über Einreichungen, die sich im Rahmen von praktischen Beispielen oder theoretischen Ansätzen aus der Spiele- oder der geisteswissenschaftlichen Citizen Science-Welt mit den Möglichkeiten von Gamification für Wissenschaftskommunikation oder partizipative Forschungsprojekte befassen.

 

Roundtable – Citizen Science aus der Sicht von BürgerwissenschafterInnen

Chair: Judith Maria Mühlhauser (Bürgerwissenschafterin Projekt "Inside Trading Cultures"), Co-Chair: Christoph Musik (FH St. Pölten)

Wenn über Citizen Science diskutiert wird sind bisher zumeist hauptberufliche WissenschafterInnen oder andere institutionell angebundene Akteure des Wissenschaftsbetriebs zu Wort gekommen. Das Format des Runden Tisches soll die Möglichkeit bieten, dass auch in Citizen Science aktive BürgerwissenschafterInnen aus ihrer Perspektive über CS sprechen und diskutieren können. Es sollen vor allem forschungsorganisatorische Aspekte wie z.B. die Anforderungen in Zeit, Utensilien, Spesen oder Vorkenntnisse im Zentrum der Diskussion stehen. Ziel soll es sein, die Sichtweise von aktiven Citizen Scientists auch auf einer CS Konferenz zu etablieren und so zu einem verstärkten Dialog und einer Weiterentwicklung von CS beizutragen.
Aufruf zur Einreichung von Themen: Einzige Voraussetzung für den Vorschlag eines konkreten Themas ist das Interesse an Citizen Science. Es können sowohl Einzelpersonen als auch Gruppen einreichen. Die Einreichenden sollen ein Thema vorschlagen (kurze Beschreibung des Themas in wenigen Sätzen, ca. 100-200 Wörter), welches in weiterer Folge am Runden Tisch von allen TeilnehmerInnen diskutiert wird. Die Einreichenden werden gebeten ein kurzes ca. 5-minütiges Impulsstatement als Grundlage für die Diskussion des jeweiligen Themas zu präsentieren.

 

Roundtable – Der Kluge macht nicht alle Fehler selber, er gibt auch anderen eine Chance (W. Churchill) – Lernen in Citizen Science

Chair: Susanne Hecker (iDiv), Co-Chair: Katharina Paul (Universität Wien)

Ein nicht unerheblicher Anteil wissenschaftlicher Publikationen beschäftigt sich mit dem Thema Lernen in Citizen Science. Allerdings ist damit meist das Lernen der Freiwilligen gemeint. Wie sieht es bei den beteiligten WissenschaftlerInnen aus? Welche kommunikativen, logistischen und/oder methodologischen Lernerfahrungen haben sie gemacht und was können sie an andere weitergeben?
Diese Session widmet sich der Diskussion um den Umgang mit unvorhergesehenen Entwicklungen während des Citizen Science-Projekts - die vor diesem Kontext als Bereicherung verstanden werden können. So soll in dieser “Fishbowl” Session über die in Citizen Science eingesetzte Methodologie reflektiert werden, ohne dabei aus den Augen zu verlieren, dass sich dieser Ansatz auch dadurch auszeichnet, diese immer wieder an ihre Grenzen und darüber hinaus zu führen. Die Session dient als Raum, über Gelerntes zu reflektieren und daraus gegebenenfalls Empfehlungen abzuleiten. Diese “Fishbowl" Session ist als offenes, interaktives Forum konzipiert, an dem WissenschaftlerInnen und Projektverantwortliche ihre Lernerfahrungen teilen und an andere weitergeben können.

 

Workshop – Citizen Philosophers – Citizen Science und die Philosophie

Chair: Mersolis Schöne, Co-Chair: Joel Szonn (Universität Wien)

„Ich glaube, daß alle Menschen Philosophen sind, wenn auch manche mehr als andere.“ (Karl R. Popper) – Der Workshop geht der Frage nach, welche Potentiale die Verbindung von Citizen Science Projekten und akademischer Philosophie bietet. Obwohl Projekte unter der Bezeichnung „Citizen Science“ bisher in der Philosophie eine Randerscheinung darstellen, gibt es eine Reihe von Anknüpfungspunkten: beispielsweise in Richtung Kunst (Performative Philosophie), empirische Sozialforschung (Experimentelle Philosophie) oder innerhalb ethischer Überlegungen. Der Workshop greift diese Verbindungen auf und bietet die Möglichkeit, eigene CS-Projekte und -Konzepte mit Bezug zur Philosophie oder philosophische Projekte mit partizipativem Anteil kurz zu präsentieren. Nach den Präsentationen und einer Fragerunde wird in transdisziplinärer Gruppenarbeit dem Ziel nachgegangen, philosophische Denkrichtungen und CS-Ansätze hinsichtlich ihrer Verbindungsmöglichkeiten zu untersuchen – z. B. Übertragbarkeit bestehender CS-Projekte, Eruierung neuer CS-Forschungs- und Denkräume, bestehender Blockaden und historischer Anknüpfungspunkte.

 

Workshop – Citizen Science im Kontext von kritischer Kunst- und Kulturvermittlung mit Jugendlichen

Chair: Laila Huber (Universität Salzburg), Co-Chair: Elke Zobl (Universität Salzburg)

Welche Rolle kann Citizen Science im Kontext von kritischer Kunst- und Kulturvermittlung mit Jugendlichen spielen? Vor dem Hintergrund der Förderschiene „Sparkling Science“ fragen wir in diesem Workshop nach den Potenzialen partizipativer Forschung mit Jugendlichen an der Schnittstelle zur kritischen Kunst- und Kulturvermittlung. Konkret: Welche Methoden für Citizen Science werden in diesem Feld angewendet und entwickelt? Wie können in diesem Kontext Prozesse der Selbstermächtigung initiiert werden? In welchem Verhältnis stehen dabei Forschung und künstlerische sowie kulturelle Produktion? Ausgewählte Forschungsprojekte diskutieren diese Fragen in Tischpräsentationen und erarbeiten erste Theoretisierungen, die in einer Mindmap oder dgl. für das Konferenzpublikum festgehalten werden. Die Mindmap kann ggf. darüber hinaus als Basis für eine Arbeitsgruppe genutzt werden.

Ablauf:

  • Einführung Citizen Science im Kontext kritischer Kunst- und Kulturvermittlung und Workshopablauf
  • Tischpräsentation unterschiedlicher Methoden aus verschiedenen Projekten (5-7min je Präsentation/Projekt wird eine Methode präsentiert)
  • Diskussion und Theoretisierung zu zentralen Fragestellungen: Auswahl der Fragestellungen in Großgruppe, Diskussion in Kleingruppen
  • Zusammenführung der Ergebnisse im Plenum in Form einer gemeinsamen Mindmap

 

Workshop – Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Schule: Highlights und Herausforderungen – 1 Thema – 2 Perspektiven

Chair: Petra Siegele (Zentrum für Citizen Science)

Im Rahmen von Sparkling Science-Projekten haben bisher bereits rund 450 Schulen mit über 180 Forschungseinrichtungen zusammengearbeitet. Eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten - Schüler/innen bekommen Einblick in die Forschungsarbeit und Forscher/innen profitieren von den Kenntnissen, Fähigkeiten und Sichtweisen der Citizen Scientists – die allerdings auch allen viel Engagement abverlangt.
Im Workshop sollen die wesentlichen Herausforderungen und Stolpersteine analysiert werden. Hierzu berichten Schuldirektor/innen und Projektleiter/innen von ihren Erfahrungen. Nach zwei Inputs teilt sich die Gruppe: Vertreter/innen von Schulen und Forschende/CS-Kontaktpersonen an Universitäten erarbeiten jeweils getrennt Kriterien für eine erfolgreiche Zusammenarbeit. Hierzu möchten wir Vertreter/innen von Forschungspartnerschulen und Citizen Science-Projektleiter/innen herzlichst einladen, einen Abstract für den Input bzw. für eine Kurzpräsentation in den getrennten Sessions einzureichen.
Die Ergebnisse der Diskussionen werden später am Tag in einer Podiumsdiskussion zusammengeführt.